Wie erleben Gastronomen die Zeit während der Corona-Pandemie?

Philipp Erhart

Wir haben mit einem Gastronomen gesprochen, wie er die Zeit während der Corona-Pandemie erlebt hat. Markus ist einer von acht Geschäftsführern im Augustiner Stammhaus und gibt spannende Einblicke in den Alltag als Gastronom über die letzten Monate. Zum Schluss hat er noch eine Message, die er uns mitgeben möchte.

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Markus Eimer, Geschäftsführer Augustiner Stammhaus

Wie lange arbeitest du schon in der Gastronomie?

In der Gastronomie bin ich jetzt insgesamt seit 1998. Angefangen habe ich im Planet Hollywood und mich dann sukzessive gesteigert – erst war ich im Service, heute bin ich im Augustiner Stammhaus im Herzen von München einer von acht Geschäftsführern. Wir leiten den Laden gemeinsam.

Wie hat deine Karriere beim Augustiner angefangen?

Durch eine Spontanbewerbung habe ich 2008 beim Augustiner angefangen, arbeite da also mittlerweile seit 13 Jahren. Ich kam schon aus einer Führungsposition und bin spontan im bayrischen Wirtshaus vorbei gegangen und habe gefragt, ob sie jemanden suchen. Hat geklappt!

Wie war die letzte Zeit vor dem ersten Lockdown für dich?

Wir haben das schon irgendwie kommen sehen, alleine an der Reservierungslage. Und in den Medien haben wir natürlich auch alles verfolgt. Deutschland war ja weltweit auch nicht das erste Land. Da gab es ja bereits andere Länder, die einen Lockdown verhängt haben und die Gastronomie zugemacht haben. Also war voraussehbar, dass sowas bei uns auch in irgendeiner Form kommen wird. In der Augustinerfamilie haben wir uns schon darauf eingestellt. Ganz überraschend kam es ja nicht.

Konntest du ein wenig positive Stimmung und Hoffnung über die Zeit beibehalten?

Ja, natürlich ist das alles nichts Schönes, aber es bringt ja nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Ich muss auch persönlich sagen, so viel Freizeit wie die letzten Monate hatte ich mein Leben lang nicht. Die erste Zeit ist das natürlich schön, aber je länger es dauert, desto mehr vermisst man natürlich schon die Arbeit wieder und es fällt einem zunehmend die Decke auf den Kopf.

Was hast du in der neu gewonnenen Freizeit gemacht?

Vieles – ich habe Netflixen für mich entdeckt! Und viel relaxed. Dann natürlich auch so Sachen, die man sonst nie macht – Keller aufräumen zum Beispiel. Man ist schon kreativ geworden!

Und wie ist die Stimmung nach der Wiedereröffnung?

Alle haben sich erstmal riesig gefreut auf die Wiedereröffnung der Gastronomie. Natürlich war die Stimmung gleichzeitig auch erstmal ein wenig bedrückt – keiner wusste, was passiert und wie jetzt alles funktioniert. Wie sind die ganzen Regeln umsetzbar? Ein Haus, welches 2000 Sitzplätze zur Verfügung hat, hat jetzt plötzlich nur noch 500! Die ganzen neuen Regeln – Abstandsregelungen, Masken, usw. – das ist für uns alle neu. Natürlich haben wir uns auch gefragt, wie viele Leute kommen. Wir sind weitestgehend touristisch geprägt, das war schon ein riesiges Fragezeichen, ob das alles so funktioniert. Aber mit jedem Tag gewöhnen wir uns mehr daran und alles läuft langsam wieder an.

Hast du sonst noch etwas, das du den Menschen mitgeben möchtest?

Traut euch einfach wieder rauszugehen in die Restaurants, Wirtshäuser, Eckkneipen, Bars & Cafés! Die haben alle extrem gelitten und freuen sich riesig über euren Besuch.

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